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X100L Review - FIDELITY

Musikhören mit dem X100 entpuppt sich schnell und dauerhaft als eine feine Sache. Allein das sanfte Ausblenden des aktuellen Titels beim Betätigen der Pause-Taste ist ein Hochgenuss, ganz gleich ob der Server angeleint im Netzwerk oder autark digitale Audiodateien an den DAC ausgibt. Sofern Playlisten angelegt sind, ergibt sich im Verbund mit einem guten DAC und Aktivlautsprechern ein mobiles, extrem hochwertiges Wiedergabesystem. Der volle und wahre Komfort ist selbstverständlich nur bei LAN-Integration und der Steuerung via iPad-App erlebbar. Ein dickes Sonderlob für die Flexibilität des Aurenders gibt es gleichwohl.

„Ich weiß, was Sie jetzt denken!“, spricht Privatdetektiv Thomas Magnum und erinnert sich, dass ein Laptop auch den kleinen Aurender in puncto Flexibilität locker in die Tasche steckt. Mit einer exzellenten Player-Software wie Audirvana und einem Top-Wandler, beispielsweise dem Violectric V850, kostet die Laptop-Lösung weniger als der wandlerlose X100, zur Optimierung wäre sogar noch ein Spitzen-Interface wie das Mutec MC-3+USB im Budget. „Aber“, fährt Magnum fort, „wenn der Mehrpreis auch Mehrklang bedeutet?“

Für den investigativen Hörvergleich bringt der Aurender im Stand-alone-Betrieb (mit Mutec MC-3+USB/Mytec Stereo192-DSD DAC oder Violectric V850/Geithain RL-906) John Coltranes legendäre Aufnahme Giant Steps in 24-bit/192-kHz-Auflösung zu Gehör. Dasselbe Stück mit identischen Wandler-Monitor-Kombinationen spielen danach MacBook Pro und Audirvana. Über die gewohnte Laptop-Anlage klingt’s schon gut: dynamisch, schön räumlich und fein aufgelöst – eigentlich ist alles im leuchtend Grünen … Bis der Aurender ran darf. Der X100 toppt die gute Darbietung noch und erweist sich tatsächlich als Wohlklangdarsteller: Allein der kleine Slap vom Kontrabass bei der Themenvorstellung erklingt zum Greifen plastisch und deutlich analoger, sprich weicher und glaubwürdiger. Davon profitiert auch Coltranes fulminantes, ultravirtuoses Solo, das in dieser Wiedergabequalität noch ein bisschen mehr den Atem raubt. Da wird der Hörtest ganz automatisch zur stundenlangen Hörerlebnisfahrt durch persönliche Lieblingsalben. So wirkt beispielsweise auch Keith Jarretts Steinway-Lyrizismus auf dem wunderbaren Trio-Album Standards Vol. 1 oder Stevie Ray Vaughans glasklare Gitarre im Instrumentaltrack „Lenny“ filigraner und dreidimensionaler, schlicht wohlklingender. Bildlich gesprochen: Aus HD wird ULTRA HD; automobilistisch wird aus einem Supersportwagen ein Hypersportwagen. Privatermittler Magnum fasst zusammen: „Es ist, als würde ich statt meines Ferrari 308 den F12 steuern!“ Und das würde selbst Higgins und seine „Jungs“ schwer beeindrucken. Übersetzt für die beinharten Audiophilen unter uns: Der Aurender X100 bietet tatsächlich reinen und komfortablen „Mehrklang“, also Wohlklang.

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